Escapistolero von … Moment, ich finde es gleich, ah, von escapistolero wirft mit wissenschaftlichen Halbwahrheiten um sich, um das anerkannt hohe und gerühmte Niveau von Anime in den Dreck zu ziehen. Schon die nur geringfügig und alles andere als sinnentstellend von mir gekürzte Hinführung verrät seine Voreingenommenheit:
Ich mag “Anime” (…) nicht.
Zum Glück gibt es Aufklärer wie mich, die sich dem entgegenstellen. Dies ist Kelhim’s Inquisition!

Was liegt also vor?
Nun hat das der Anime (ab sofort wieder als Sammelbegriff, weil es anders nicht geht) nicht exklusiv, sicherlich, wie eben gezeigt. Wenn er nicht blöderweise im Schnitt so gehaltlos wäre, das Thema wäre nicht von Belang. Statistisch aber hat der durchschnittliche Anime die Tiefe einer Petrischale und unefähr auch deren Gehalt.
Ach, wirklich? Investigative Recherchen und ein lange zurückliegender Biologieunterricht lassen mich eine übliche Höhe einer Petrischale von 15 Millimetern annehmen, und jetzt nehme ich einfach mal die erstbeste Anime-DVD-Hülle aus meinem Regal, soo, lege sie flach auf den Labortisch … und messe nach … soo, hier ist das Lineal … schnell angele… oh, mein Gott, du hast recht!!! Diese Erkenntnis kam überraschend … Gut, ich habe mich wieder gefangen, es wird die Verhandlung nicht weiter beeinträchtigen, deren Ergebnis schon feststeht, weil mir deine Nase nicht passt, die ich nicht kenne. Überprüfen wir lieber deine kühne Behauptung, der Inhalt eines durchschnittlichen Anime habe ungefähr dieselbe Tiefe wie die einer Petrischale. Ich hole schnell mein Mikroskop (für solche Fälle bewahre ich immer eines auf) … hier ist es, noch scharf stellen:

Durchschnittlichkeit unterm Mikroskop: 15 mm?
Ha, damit bist du glatt der Lüge überführt. Auf den ersten Blick könnte man zwar annehmen, hier seien eine Menge durchschnittlicher Klischées versammelt: Halbnackte Kriegerinnen, deren metallene Rüstungsreste nur knapp Brüste und Scham bedecken und eigentlich für eine ständige Unterkühlung sorgen müssten … auf der Innenseite sind sie allerdings mit Leder und weichem Futter bedeckt, die selbst im Winter noch eine angenehme Wärme garantieren, die sich über den gesamten Körper ausbreitet! Diese knopfäugigen Bazillen in Schlafanzügen richten sich nicht etwa an infantiles Publikum … sie sind einfach Kinder, so sehen Kinder aus. Hasst du Kinder? Und natürlich sehen die drei Freaks mit den wie unter Drogeneinfluss überdimensionierten Pupillen in ihrer langweiligen Schuleinheitskleidung wie Prototypen eines Schulanimes aus … aber in Wirklichkeit steuern sie riesige Kampfroboter, um die Welt zu retten, das ist doch cool, kannst du das nicht sehen?
Die falschen “wissenschaftlichen” Maßstäbe dieses Verrisses sind offensichtlich. Damit ist die Verhandlung beendet, Escapistolero zu hundert Jahren Zwangsbesuchen in sozialdemokratischen Arbeitskreisen verurteilt (und das verhänge ich als Sozialdemokrat), und außerdem rate ich allen meinen Lesern in aller Entschiedenheit davon ab, seine geplante, zukünftig wohl in rauchigen Eckkneipen bei Bratkartoffeln, Spiegelei und ortstypischem Bier verfasste Artikelserie zu verfolgen. Wenn ihr es tut, werdet ihr jegliche Freude am Leben verlieren, immerwährende Scham verspüren und bereits nach 150 Jahren aussterben.



Maaaaann, kann man nicht einmal in Ruhe ein paar Maroni futtern und das Montagsspiel gucken, ohne sich vor einem dahergelaufenenen Standgericht verteidigen zu müssen; nun, da hat mein wissenschaftlicher Mitarbeiterstab wohl geschlampt, gibt ordentlich Einlauf morgen im Institut für… uh… ostasiatische Populärwissenschaften? Ostasiatische Populärwissenschaften.
(Danke für den Artikel, fühle mich tatsächlich geehrt; danke auch für den Trackback, kannte deinen Blog tatsächlich und leider – leider! – noch nicht… :-/)
(Und den sachten Hinweis, mit der Reihe bei der Stange zu bleiben, habe ich zur Kenntnis genommen. Heh.)
Hahaha ich liebe Kelhim’s Inquistion XDD Einfach genial!
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