The Bard’s Fail: Schlaflose Abende? Nicht mit diesen Openings …!

Gestern hat garbagedoll ein paar Gedanken über Anime-Openings und -Endings verloren, scheinbar mittendrin den Faden verloren und sich in der Bewertung einzelner beispielhaft herangezogener Stücke verheddert. Ich fand das großartig, weil ich erstens selber an meinem Eintrag zum gleichen Thema schrieb und er selber in einem einzigen Satz alles ausdrückte, was es dazu meiner Meinung nach zu sagen gibt:

Ein Lied muss zur Stimmung passen, dies sollte bei der OP/ED wahl auch betrachtet werden.

Manchmal versteckt sich Weisheit in kurzen Sätzen und in solchen, wo man sie vielleicht nicht vermutete.

Weil schlechte Anime-Openings und -Endings mich deprimieren

Für den unglaublich schlechten Wortwitz im Titel entschuldige ich mich ausdrücklich bei allen Kennern und Fans der Rollenspielserie, doch auf einmal nahm diese Idee von mir Besitz, und schon war die Grafik gebastelt. Eigentlich sollte ein gefesselter Troubadix mit Shoujo-Girl-Kopf das Bild zieren, doch weil für mich unausweichlich das Bankett feiernder Gallier im Hintergrund dazugehört hätte und meine schöne Asterix-Sammlung gerade nicht zur Verfügung stand und ich natürlich auch keinen Scan in annehmbarer Qualität habe finden können, bin ich auf die Inkarnation allerschlimmsten J-Pop-Kitsches ausgewichen, auf das fiktive Magical Girl Puru Puru Pururin aus Welcome to the N.H.K.!, also einen “Charakter”, den fast niemand kennt, yay!

In meiner neuen Serie The Bard’s Fail (or not) mache ich genau das, wozu sich garbagedoll mehr oder weniger versehentlich hinreißen ließ: Die Musik vor und nach den 20 Minuten beurteilen, welche die Anime-Welt bedeuten – kurz, schmerzhaft und zu hundert Prozent subjektiv!

Kobukuro: Blue Bird – Bakuman
Die erste Enttäuschung, die ich bei Bakuman erleide, ist gleich das Opening. Was für ein Start! Wenn ich an die Macher der Serie denke, muss ich sofort den unfairen Maßstab Death Note aus meiner Urteilsfindung verbannen, unfair deshalb, weil es sich schlicht um ein anderes Genre und ein anderes Konzept und bei der Anime-Adaption um ein ganz anderes Produktionsstudio handelt, und genauso hat die Band gewechselt, und die Erwartungshaltung kann letztlich nicht bedient werden. Auf so einen langweiligen musikalischen Einstieg war ich dennoch nicht vorbereitet. Gerade in diesem Moment lief das Lied wieder durch. Und ich erinnere mich nicht an eine Sequenz. Nicht an eine einzige! Probiert es einmal aus, vielleicht habt ihr mehr Glück … Bakuman-Opening (TV)

Azusa: i Love – Amagami SS
Jedem Kritiker gestehe ich nach den ersten drei Story-Arcs zu, Amagami SS ja ebenfalls nicht für preisverdächtig zu halten, aber eine gewisse Unterhaltung ziehe ich schon aus der Serie. Haruka war eine Prise zu zuckrig, Kaoru sympathisch und die Geschichte mit Sae ja wohl streckenweise ein Scherz, und eben die Unterschiedlichkeit der Charaktere genauso wie des Erzählstils bieten Abwechslung und sogar ein wenig Hoffnung auf einen doch irgendwie, ein kleines bisschen!, erinnerungswürdigen Anime. Leider trägt das Opening für mich überhaupt nicht dazu bei, eine Stimmung in mir zu erzeugen – welche Stimmung auch immer, ob comedymäßige, romantische oder Spannung. Bevor ich zwischendurch einschlafe, springe ich gleich zum Ende des Stücks und hoffe inständig, nun noch aufmerksam genug zu sein, die Handlung zu verfolgen. Reinhören auf eigene Gefahr: Amagami-SS-Opening

Maaya Sakamoto: DOWN TOWN – Soredemo Machi wa Mawatteiru
Die gute Nachricht: ROUND TABLE in da house, hell, yes! Halt, Moment … Gesungen wird das Lied nicht von Nino, sondern von Maaya Sakamoto, und die Musik stammt auch nicht wirklich von Round Table, sondern von der mir unbekannten Band Sugar Babe, wie eine kurze Recherche Google-Suche ergab. Aber das ist mir gleich, denn beim Opening von Soredemo Machi wa Mawatteiru (TV) kommen unabwendbar gute Laune und eine leichtfüßige Beschwingtheit auf, wie es sich für einen Anime gehört, der sich dem Genre Slice of Life zugehörig fühlt. Damit ist der Anime ein hervorragendes Beispiel dafür, welche Wirkung ein gutes Opening auf den geneigten Rezipienten haben kann/soll/muss! Nach welchem Manga ich nun Ausschau halten werde, werdet ihr nun erraten haben, obwohl mit einem baldigen Erscheinen auf dem deutschen Markt wahrscheinlich nicht zu rechnen ist.

KATSU: Thème Principal – Yakushiji Ryouko no Kaiki Jikenbo
Und um Punktegleichstand herzustellen, hier nun ein älteres Opening, das an andere Agenten-Anime erinnert (mich zum Beispiel an Read or Die) und nicht das Originellste seit gerösteten Kaffeebohnen sein mag, aber genau das erreicht, was garbagedoll auf den Punkt gebracht hat: zum Wesen des Anime zu passen. So kann selbst eine “nur” ganz nette, unterhaltsame Serie eine Beziehung zum Zuschauer aufbauen. Das Opening ist das Aushängeschild einer jeden TV- oder DVD-Serie, das gilt nicht nur für Anime. Opening von Yakushiji Ryouko no Kaiki Jikenbo (TV)

Welche Openings sind euch in Erinnerung – im Guten wie im Schlechten?

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7 Responses to The Bard’s Fail: Schlaflose Abende? Nicht mit diesen Openings …!

  1. Rumi says:

    Ich liebe Openings und Endings und deshalb ist es umso deprimierender, wenn die Songs nicht zum Anime passen (was mir gott sei dank bis jetzt sehr sehr selten passiert ist). Ich bin gespannt was in der Reihe bei dir hier noch so alles dran kommt!

    Btw: ich hab meinen Blog in deinem Blogroll gesehen *verbeug* vielen lieben Dank!

  2. garabagedoll says:

    Inzwischen bin ich so berühmt, dass ich sogar zitiert werde! :D
    Zu deinem Beitrag:
    Das Bakuman OP ist ganz großer Mist, da muss ich dir zustimmen, aber beim Amagami SS Opening muss ich dir widersprechen, ich mag das Lied. Ziemlich kitschig, aber passt meiner Meinung nach gut zur Serie.
    Das Opening von Maaya Sakamoto ist bei mir auch ziemlich oben, in meiner Favoritenliste der Fallseason OPs gelandet, passt wie die Faust auf’s Auge.
    Das letzte Opening kenne ich nicht, daher kann ich nicht sagen ob es passt, aber ich mag es, es erinnert mich an das Intro von Baccano!

    Zu anderen OPs/EDs: Higurashi bietet sehr gute Soundtracks. Spontan fällt mir nur ein Lied an, dass ich wirklich nicht mag: Das zweite Death Note Opening, das gefällt mir gar nicht, aber irgendwie passt es zum Anime dann doch..

    • Kelhim says:

      Das zweite DN-Opening war allerdings sehr … ähm, speziell, beim ersten Hören nimmt man nur einen gleichbleibenden Geräuschpegel wahr (“Waaaaaaaaaaaaaaaaaah”). Kann man sich aber dran gewöhnen, das hat mich selber überrascht. Nur für den Anime war es vielleicht nicht die glücklichste Wahl, die man hätte treffen können – mich hat das “Lied” eher an eine aus dem Ruder gelaufene Shinigami-Party als an ein Duell zweier Genies erinnert. ;)

  3. Lori says:

    Bakuman finde ich eigentlich von der Stimmung her ziemlich treffend, immerhin ist es auch eine eher ruhigere Serie. Aber irgendwie kommt mir das Lied schlecht zusammengeschnitten und präsentiert vor und wirkt statt beruhigend daher eher wahsninnig monoton. Tja, Pech liebes Studio, aber diese Lieblosigkeit lässt sich wohl auf den ganzen Anime übertragen.

    Down Town finde ich persönlich bisher zu monoton (gefühlte 50 Wiederholungen der Zeile Downtown und folgendes) aber es passt zur Stimmung, also ist es gut so. Trifft nur nicht meinen Geschmack. ^^

    Ich finde ein Opening muss hauptsächlich erstmal zum Genre passen. Wenn der typische Shounen-Anime plötzlich mit einer Balladen oder richtigem Heavy Metal anfinge, wäre und ist das einfach seltsam. Ich denke man hat mittlerweile ein grobes Bild im Kopf, welche Richtung man bei welchem Genre erwarten darf.

    Ich habe mir auch grad den Kopf zermartert ob mir schlechte Beispiele einfallen (gute gibt es ja eh viel zu viele!) und hab tatsächlich was gefunden. Normalerweise tendiere ich in den Fällen ja einfach dazu die zu vergessen… darum auch gleich Links, vielleicht bleibt es diesmal hängen!

    http://www.youtube.com/watch?v=98bUgrI3Mbk
    Mononoke ist ein Anime über klassische, japanische Horrorgeschichten. Wieso klingt das Opening dann nach einer franzöischen Straßenecke? Warum??

    http://www.youtube.com/watch?v=4OuRajFzMYI&feature=related
    Samurai Champloo fand ich auch nie besonders prickelnd. Gut, man kann jetzt sagen ich bin so und so kein Fan solcher Musik und der Anime spielt die ganze Zeit mit der Jugendkultur etc, aber das macht das Opening kein Stück passender. Viel zu langweilig und unpassend für die Serie. Es gibt auch schnelleren Rap.

    http://www.youtube.com/watch?v=VQyGws8jsaw
    Ich weiß nicht was man sich dabei gedacht hat einen (Shonen-Ai)Romance-Anime mit einem Lied einzuleiten, welches mich mehr an Wacken erinnert als an entsprechende Gefühle…

    (Sorry für die einfache Verlinkung, aber HTML-Fail tippt hier eine Antwort *verbeug*)

    Ich bin auf die anderen Titel in der Reihe gespannt!

    • Kelhim says:

      Wow, danke für den ausführlichen Kommentar! :) Tjaaa, ich höre gerne Rap, aber so richtig warm werde ich mit dem OP von Samurai Champloo leider ebenfalls nicht, und zwar aus verschiedenen Gründen: Kommt mir das nur so vor, oder sind Musik und Animation kaum aufeinander abgestimmt? Erst nach einer Minute merke ich, wie beides ineinandergreift, leider ist es da schon zu spät. Ich würde zwar nicht sagen, ein schnellerer Beat mache einen besseren Track aus, aber vielleicht wäre das eine Möglichkeit gewesen, ihn insgesamt etwas mitreißender zu machen.

      • Lori says:

        Ausführlich, langgezogen, nerdig, delurking, nenn es wie du magst. xD”
        Aber ich mag das Thema, das beflügelt dann auch für Kommentare.

        Mit dem schnellerem Beat hatte ich übrigens tatsächlich im Auge, dass es so wenigstens besser zu den Animationen gepasst hätte. Gerade mal am Ende finde ich nämlich, dass es überhaupt ineinandergreift, 5 Sekunden lang ungefähr.
        Und bei Action erwarte ich eben einfach ein bisschen was schnelleres hmm…

  4. Varis says:

    Ohgottohgott davon kenn ich ja nichtmal nen einzigen Anime XDDD *n00b bin* ._.
    Trotzdem find ich das Thema spannend, weil die Openings und Endings wirklich viel ausmachen, der erste Eindruck den man von einem Anime hat wird nunmal meist durch das Opening bestimmt.
    Ich denke da nur mal an Naruto.. wo mir zwar nicht jedes Opening unbedingt gefällt (manche sind so ein wenig amelodisch o_o das stört mich leider extrem) aber die die mir gefallen schau ich mir dann auch jedesmal in voller länge an :)

    Ein Opening dass mir immer sehr gut gefallen hat, ist übrigens die deutsche Version vom Inuyasha-Opening (“Flieg durch die Zeit” wenn ich mich nicht irre) Sonst fand ich die meisten deutschen Openings durch die Bank entsetzlich, aber dieses Lied fand ich wirklich wunderschön, die Stimme der Sängerin ist sanft und sie kann gut singen…
    Auch die Vampire Knight Endings (Wakeshima Kanon) gefallen mir sehr gut – was an meinem Faible für Cello-Musik liegt ;D

    P.S.: jaaa Martenstein trifft den nagel auf den Kopf XDD

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