Anime-Review: REC

Worum es geht

Fumihiko Matsumaru wird bei einem Date versetzt. Bevor er wütend die Kino-Tickets wegwerfen kann, spricht ihn eine hübsche Frau an, die ihn bittet, ihr ein Ticket zu geben, um es nicht zu verschwenden. Sie gehen gemeinsam ins Kino und sehen sich den Film an. Dabei spricht die junge Frau die Texte mit, da sie Synchronsprecherin werden möchte. Später in der Nacht trifft er sie verwzeifelt in seiner Nachbarschaft auf einem Spielplatz wieder, als ihr Haus in Flammen steht. Matsumaru nimmt sie bei sich auf …

9 Episoden, 1 OVA © Hanamizawa Q-Tarou, SHAFT

REC | Screenshots

Story: 8

Auch wenn ihr es wahrscheinlich schon geahnt habt: Es geht darum, wie Fumihiko und Aka schließlich zusammenkommen, trotz aller Widrigkeiten und Missverständnisse. Das alte Konzept eben. Wer mit dieser realistischen Erwartung an den Anime herangeht und ihn nicht zu ernst nimmt, wird allerdings seinen Spaß haben: Die Handlung ist insgesamt doch etwas erwachsener als viele andere in diesem Genre, trotzdem gibt es viel zu lachen. Außerdem spielt sich ein großer Teil der Story während der Arbeitszeit der beiden Hauptpersonen ab, weshalb es viele satirische Züge gibt und die Pflichten der Berufswelt oft mit der Liebe kollidieren.

Das Format der Serie ist eher ungewöhnlich, da es nur 9 Folgen plus eine OVA gibt, die alle nur zwölf Minuten lang sind.

Insgesamt eine sehr durchschnittliche Grundidee, die allerdings schön und sympathisch umgesetzt wurde.

Art & Animation: 7

Genauso simpel und doch sympathisch ist auch die Grafik. Die Zeichnungen sind sehr schlicht gehalten, sowohl die der Charaktere als auch deren Umgebung. Effekte wie in anderen Anime werden nicht angewandt, auch das Licht ist nicht sehr naturalistisch, sondern oft nur in hellen, eckigen Formen dargestellt. Die Farben sind je nach Bedarf blass oder kräftig, dabei immer passend.

Nun ist die Frage, wie man diese (gewollte) Schlichtheit bewertet. Natürlich kann die Grafik nicht mit anderen Produktionen von 2006 mithalten. Andererseits macht gerade sie einen Teil des Charmes von REC aus und schafft eine Atmosphäre, die mit realistischeren Animationen und Zeichnungen meiner Meinung nach nicht erreicht worden wäre.

Musik & Sound: 7

Hartgesottene Anime-Fans wie ich finden auch alberne Openings wie dieses hier toll, in dem die hohe Stimme von Akas Sprecherin zu einer fröhlichen, schnellen Melodie singt. Alle anderen Menschen über 14 Jahre werden dagegen den Forward-Button suchen … Das ist reine Gute-Laune-Musik, nichts Anspruchsvolles. Aber sie wirkt!

Die restlichen Soundtracks sind nicht so berauschend, mir blieb zumindest keiner in Erinnerung. Ich behaupte einmal, sie erfüllen ihren Zweck. Die japanischen Stimmen sind toll. Wer könnte Aka da nicht süß finden? Eine andere Stimme, bei der ich oft lachen musste, war die von Fumihikos Chef: “Hmmmmmm, Matsumaru-kun …” Achtet einmal darauf!

Insgesamt wäre mehr drin gewesen, wenn die Musik noch stimmungsvoller wäre.

Charaktere: 8

Die Anzahl der Charaktere bleibt beschränkt, ihr Zusammenspiel bildet die Story des Animes. Fumihiko Matsumaru arbeitet als einfacher Angestellter in einem Snack-Unternehmen und muss dort Ideen für die Vermarktung der Produkte einreichen. Er ist ein eher ruhiger und netter Mensch, der aber schnell von den Widrigkeiten des Alltags belastet ist und die Freude in seinem Leben bald in Aka Onda erkennt. Diese startet ihre Karriere als Synchronsprecherin und muss erfahren, dass sie auch auf unliebsame Rollen angewiesen ist. Eine ihrer Eigenarten ist es, ständig Sätze aus Audrey Hepburns Filmen zu zitieren. Sie sucht mit der Zeit immer mehr Halt bei Fumihiko. Daneben gibt es Fumihikos Kollegen, mit denen er zwar einige Male Schwierigkeiten hat, die sich aber als verlässliche Freunde herausstellen, und seinen schrulligen Chef. Ach ja, und dann wäre da noch Fumihikos Maskottchen für den neuen Snack “Ha” – ein seltsamer Baum mit einem riesigen Katzenkopf …

Alle Charaktere haben ihre eigenen Macken, die einem bald schon vertraut sind. Die beiden Hauptcharaktere erleben zudem eine zu erwartende, aber nachvollziehbare Entwicklung.

Fazit:

REC ist eine kleine, aber feine Serie, die man nicht allzu ernstnehmen sollte, sondern eher für regnerische oder stressige Tage geeignet ist, um sich etwas aufzumuntern. Zumindest gebe ich dem Anime einen großen Sympathiebonus. Wer allerdings mehr Dramatik und einen langen Weg zueinander bevorzugt, der ist wohl bei Kare Kano besser aufgehoben.

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One Response to Anime-Review: REC

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