Mirai Nikki: Zwischenfazit

Nach einer allgemeinen Anime- und Blog-Pause, in der mich die Uni und meine halbe Million anderer niemals fertigzustellender Projekte etwas beschäftigten, führe ich auf Wunsch all der Tonnen von Fanpost, die ich erhielt, meine kritische Mirai-Nikki-Serie weiter. Weil meine üblichen Anime-Reviews darauf angelegt sind, Leuten einen Überblick über eine Serie zu geben, die sie womöglich nicht kennen, ohne ihnen dabei zu viel zu verraten, wollte ich diesmal einen Anime aus dem gehobenen Mittelfeld moderner Produktionen herausgreifen und seine Handlung auf Herz und Nieren prüfen. Stellvertretend für den Großteil der Anime, die überhaupt noch eine Geschichte erzählen und sich noch nicht in die gesichtslosen School-Moe-Comedy-Massen einreihen.

Mirai Nikki ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Meine letzten Einträge nehmen die ersten paar Handlungsbögen ziemlich gnadenlos auseinander, und nachdem ich nun genau die Hälfte der Episoden kenne, sehe ich Licht am Horizont. Höchstwahrscheinlich bleibt die Logik hinter den Handlungen und Motiven der Charaktere auch in den nachfolgenden Episoden auf der Strecke. Um nur ein paar Beispiele aufzugreifen: Deus Ex Machina gibt aus keinem bisher ersichtlichen Grund, weil er bald in den Ruhestand muss – really? xD, seine göttliche Macht an den Gewinner eines Wettbewerbs ab, dessen Teilnehmer sich ebenfalls ohne erkennbaren Grund gegenseitig umbringen müssen. Weird. Die Besitzer der Future Diarys sind alle ziemlich extreme Persönlichkeiten, was gut sein könnte, wenn sie nicht manchmal ein genauso extrem blödes Verhalten an den Tag legen würden, das im Widerspruch zu der Durchtriebenheit und Intelligenz steht, die sie angeblich auszeichnen. Ob sie im auffälligen Kampfanzug und mit Säbel durch die Stadt laufen, hoffnungslos verschacheltes Gambit Roulette oder gleich Gambit Pileup spielen oder wieder einmal den alten Schurkenfehler begehen, ihre Feinde nicht gleich am Anfang zu töten, wenn sie es problemlos könnten – die Charaktere lassen oft jeden Funken Verstand vermissen. Wie oben bereits gesagt, werfe ich das nicht speziell diesem Anime vor – er hat nur das Pech, Opfer meiner Schimpftiraden geworden zu sein, obwohl ich mühelos fast jeden anderen Anime mit ambitionierter Story hätte wählen können. Das Schlimme ist, dass solche Fehler bei anderen Serien oft nicht beachtet oder weggejubelt werden.

Wie ich allerdings in meiner noch fortzusetzenden Memento-Story-Reihe behaupte, kommt es nicht so sehr darauf an, ob solche logischen Fehler bestehen – sondern ob sie dem Zuschauer auffallen und ihn aus seiner Immersion reißen und so die Fassade der Stimmigkeit zerstören. Für Hyperrealismus besteht kein Grund, schließlich handelt es sich nur um Unterhaltung. In den Weiten des Internets gibt es bestimmt auch genug Texte, die mein geliebtes Death Note eines logischen Totalausfalls überführen – und wenn schon.

Und Mirai Nikki gelingt es tatsächlich, mich zu fesseln. Verdammt, wenn ich mit einer Episode beginne und die Pläne der anderen Tagebuch-Benutzer zu ergründen suche, geschieht sofort wieder etwas Unerwartetes und zieht mich in die Geschichte hinein. Der Anime hält die Spannung über lange Strecken einer Episode sehr hoch, ständig befinden sich die Protagonisten auf Messers Schneide. Dabei empfinde ich überhaupt keine Sympathie für die beiden … können wir wirklich “Helden” sagen? … Yuki und Yuno. Im Gegenteil halte ich die beiden für ziemlich blöd, eindimensional und eine Katastrophe, falls sie den Thron von Zeit und Raum erobern sollten, denn die verrückte Stalkerin und den Random Male Hero kann man der Welt ja nicht zumuten … Ich weiß gar nicht, ob das Absicht ist. Soll ich die beiden gar nicht gut finden? Makoto aus School Days stieg ja sicherlich auch nicht unbeabsichtigt zu einer der hassenswertesten Charaktere der Animegeschichte auf. Umso länger ich darüber nachdenke, desto gelungener finde ich dieses Duo. Eben weil Yuki so ein verdammt passiver und leicht zu lenkender Langweiler ist, während Yuno mehr als eine Leiche im Keller hat (oder Teile von Leichen, muha) und bisher die geheimnisvollste und ehrlich gesagt auch die gefährlichste Person der Serie und sogar in Yukis Umfeld ist. Heads up! Or off. Oder so.

Bisher kenne ich ja noch nicht alle anderen Tagebuch-Besitzer, aber was ich bisher gesehen habe, hinterlässt (abgesehen von ihren leider oft schrägen und sinnlosen Handlungen) einen guten Eindruck. Das hochintelligente Kindergartenkind mit seinem Picture Diary fand ich zwar im höchsten Grade albern und nervig, und der Hundezüchter kann auch nicht ganz ernstgemeint gewesen sein, doch besonders die Auftritte des Kommissars und des Orakels boten packende Spannung und Intrigen. Außerdem habe ich mittlerweile das starke Gefühl (und die Hoffnung), dass die Serie erst mit Episode 12 oder 13 wirklich beginnt.

Die Animationen und die Musik, also die Verpackung, geben keinen Anlass zum Meckern, sie setzen das rasante Geschehen gut in Szene. Mir sind jetzt keine außergewöhnlichen Szenen in Erinnerung wie die legendäre Stellen in Death Note, in der Light zum ersten Mal exzessiv das Notizbuch benutzt oder er vom Eingang des Zuges aus auf einen gerade sterbenden Rivalen hinunterblickt, bevor sich die Türen schließen und der Zug abfährt. Bisher nichts Spektakuläres, aber ziemlich solide. Auch das Opening und das Ending gefallen mir, jedenfalls teilweise, weil sie meiner Meinung nach so leicht hintergründig irre klingen wie Yuno selbst im “normalen Zustand” wirkt. Das ist mit Sicherheit so gewollt, und damit ist das einer der Anime, deren Titelmusik zur Abwechslung einmal auch zur Serie passen!

Mein Urteil fällt also für manche Leute bestimmt überraschend positiv aus: Ja, der Anime hat seine Macken (wie leider so viele), aber er schafft es, trotzdem wahnsinnig unterhaltsam zu sein, den inneren Detektiv seiner Zuschauer zu wecken und eine Episode nach der anderen zu sehen, wenn man einmal begonnen hat. Mirai Nikki gehört damit zu dem Spannendsten in der Animewelt, was ich seit längerer Zeit gesehen habe – gebt ihm eine Chance!

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Vom Skript zum Spiel: Abhängigkeiten Revisited!

Wie ich bereits neulich erklärte, entstehen bei der Zusammenstellung von Gegenständen, Zaubern, Helden, Events, Karten, usw. bald Abhängigkeiten, weil eine Ressource auf andere zurückgreift. Mit großer künstlerischer Begabung habe ich dieses Gewirr in ein leicht verständliches Schaubild gefasst und dabei noch einige Pfeile vergessen:

Abhängigkeiten im RPG-Editor

Alles klar?

Wenn man jetzt eine Ressource löscht, die gewissermaßen Teil einer anderen Ressource ist, fällt dieses Kartenhaus in sich zusammen. Meine Lösung lautete, alle diese Abhängigkeiten in einem Verzeichnis festzuhalten, in dem das Programm vor dem Löschen einer Ressource nachschlagen konnte, welche Auswirkungen das haben würde – und dann den Benutzer mit diesen Auswirkungen zu konfrontieren: “Ressource wird von anderen verwendet. Soll sie bei Verwendung gelöscht oder gegen eine andere Ressource gleichen Typs ausgetauscht werden?”. So ähnlich.

Stellt sich heraus, dass das mehr Arbeit bedeutete als angenommen … viiiiel mehr Arbeit. Ich spreche jetzt vor allen Dingen von der Verwendung von Ressourcen innerhalb der Events. Diese Abhängigkeiten beim Löschen oder Ersetzen einer Ressource aufzulösen hätte einen enormen Aufwand bedeutet – hauptsächlich wegen der Art, wie ich die Event-Daten organisiere. Wer sich für die Problematik interessiert: In einem Spiel können durchaus Tausende von Events (Ereignissen) ausgelöst werden, die jedes für sich besonders in der leicht lesbaren Rohform, in der ich sie zum leichteren Bearbeiten im Event-Editor des Programms speichere, sehr groß werden können. Die alle in einem gemeinsamen Container und in einer einzigen Datei zu speichern, würde folglich eine sehr große Menge an Speicher belegen oder wenigstens sehr unhandlich. Normalerweise benötigt man sowieso nur die Events der gerade geöffneten Karte, nicht alle Events des gesamten Spiels gleichzeitig – also reicht es völlig aus, die Event-Daten pro Karte zu laden. Wenn ich nun eine Ressource löschen möchte, die über verschiedene Karten hinweg von Events benutzt wird, müsste ich für alle betreffenden Events ihre jeweiligen Daten pro Karte von der Festplatte laden. Nicht sehr schön. An dieser Stelle wurde mir klar, dass ich tun musste, was man immer tut, wenn das Rad schon erfunden wurde: hemmungslos kopieren! Naja, nicht ganz, man kommt einfach bei ähnlichen Problemen auch zu ähnlichen Lösungen.

Ich hatte eine Idee, die entweder elegant ist oder zu einem Dr.-Frankenstein-Monster führte, ich bin mir nicht ganz sicher. Aber dafür muss ich etwas ausholen! Programmiersprachen unterscheiden zwischen veränderbaren und unveränderbaren Datentypen, was einfach nur Folgendes bedeutet:

Unveränderbar:
a = 5
b = a
# Beide verweisen auf 5.
b += 30 # a verweist immer noch auf 5, und b verweist auf 35.
===> a ist nicht gleich b

Veränderbar:
a = ["Das", "ist", "eine", "Liste", "von", "Wörtern"]
b = a
# Beiden verweisen auf dieselbe Liste.
b.append("und von Satzteilen") # Obwohl ich nur b explizit erweitere, wird implizit auch a erweitert.
===> a ist gleich b

Zahlen sind also unveränderbar, das bedeutet, dass eine Variable nur eine Kopie des zugewiesenen Wertes ist. Wenn einer Variable der Wert einer anderen Variable zugewiesen wird, ist es zwar der gleiche Wert … aber nicht dasselbe Objekt. Wenn ich eine der beiden Variable verändere, bleibt die andere davon unberührt. Bei veränderlichen Datentypen wie Listen wird derselbe Wert zugewiesen, alle Variablen zeigen auf dasselbe Objekt.

Was hat das mit den Abhängigkeiten zu tun? Wenn wir a und b einmal gegen die Identifikationsnummern der Ressourcen tauschen, wird die Idee klarer: Wenn ich eine Ressource lösche und diese Änderung überall im gesamten Datenbestand reflektiert würde, müsste ich gar kein telefonbuchartiges Verzeichnis über die Abhängigkeiten mehr führen! Ich setze die Nummer einfach auf Null … und überall, wo die Nummer verwendet wurde, steht jetzt Null. Ganz automatisch, ohne meine Zutun, ohne dass das Programm dafür arbeiten müsste. Umgekehrt ginge es übrigens genauso, von Null auf die Identifikationsnummer zurück. Juhu! Nur, da gibt es ein kleines Problem … Nummern sind Zahlen, und Zahlen sind unveränderlich. Ich müsste also einen neuen Datentyp erstellen, der sich wie derjenige für Zahlen benimmt, und ihm zusätzlich die Veränderlichkeit beibringen. Frankensteins Monster! Es lebt!

Null als Identifikationsnummer bedeutet bei mir übrigens einfach nur eine Dummy-Ressource. So kann das Spiel niemals abstürzen, weil es eine Ressource nicht fände, denn die Dummy-Ressource existiert ja immer. Die Lösung gewinnt keinen Schönheitspreis, aber sie macht, was sie soll.

(Für die erfahreneren Programmierer: Ja, ich könnte auch direkt auf die Objekte verweisen, statt IDs zu verwenden, das sind nämlich Dictionarys und damit sowieso veränderlich. Könnte ich mir doch Arbeit sparen? Nein, denn manchmal ist es notwendig, tiefe Kopien von Daten anzulegen, und dabei würden aus den Referenzen eigenständige Objekte, diese “Verlinkung” würde aufgelöst. Das lässt sich verhindern, indem man einen neuen Datentyp vom Dictionary-Typ erben lässt und die __deepcopy__-Methode mit einer eigenen überschreibt … aber das wäre letztlich genau die gleiche Arbeit. Und das wären mir auch zuviele ineinander verschachtelte Dictionarys.)

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Mirai Nikki: Hinata Hino (New Year’s Edition)

Wir machen einen Sprung über die Episoden von Reisuke Houjou in der Mirai-Nikki-Analyse, weil es zu ihnen nicht viel zu sagen gibt. Klar, viele Szenen irritieren wieder einmal mit Merkwürdigkeiten und logischen Brüchen, doch nach meinem Eindruck ist diese Geschichte in sich abgeschlossen, nicht weiter von Belang für den Rest des Animes und nicht einmal so furchtbar spannend. Der kleine Junge besaß ein Picture Diary, wollte Yuki und Yuno töten, wurde dann selbst erstochen – jetzt weiter zum nächsten Kapitel, nämlich den Kampf mit Tagebuch-Besitzer Nummer zehn, Karyuudo Tsukishima, der gibt nämlich wesentlich mehr her.

Mirai Nikki | Karyuudo Tsukishima, Hinata Hino und ihre Mutter

Dieser kultivierte ältere Herr und Hundeliebhaber scheint eine ernsthafte Paranoia zu erleben, weil er seine Hunde anweist, jeden zu töten, den er für einen rivalisierenden Tagebuch-Besitzer hält. Schnell macht das Wort von einem neuen Serienmörder die Runde, der seine Opfer auf brutale Weise reißt, da sie schwere Bisswunden aufweisen und in Einzelteilen aufgefunden werden. Im Gegensatz zu der Mordserie von Takao Hiyama gehen diesmal Menschen mit Verstand diesem Hinweis nach. Natürlich nicht die Polizei. Die ist ja strohdoof. Stattdessen untersucht ein Mittelschüler namens Aru Akise den Fall und kommt auf die glorreiche Idee, den Hundezüchter zu beschatten, was diesen aus unerfindlichen Gründen automatisch zu dem Schluss verleitet, Akise sei ebenfalls ein Tagebuch-Besitzer und nicht etwa nur ein intelligenter Mensch, der zerbissene Todesopfer in einem Park mit Kampfhunden in Verbindung bringt.

Mirai Nikki | Hinata Hino und Yukiteru Amano werden Mitschüler

Tsukishima zieht seine Tochter Hinata Hino ins Vertrauen und begründet seine Morde mit dem Wunsch, mit der göttlichen Macht Deus’ ihre Familie wieder zusammenzuführen, deren Auseinanderbruch er seiner Hundeobsession zuschreibt. Hinata ist nicht etwa bestürzt oder wütend auf ihren Vater, weil er unschuldige Menschen grausam umgebracht hat, nein! Sie ist begeistert, dass er einen Neustart versucht, und bietet ihm alle Hilfe an, die sie geben kann. “Hey, Dad und, wie sich herausstellt, Serienmörder – was soll ich tun, damit du diese irre Macht erlangst, von der ich noch immer kaum glauben kann, dass sie existiert, und mit der du wieder eine glückliche Familie schmieden willst, obwohl dafür entweder eine ehrliche Entschuldigung und Besserung reicht oder du mit dem Einsatz dieser Macht unsere bisherigen Gefühle und Meinungen egoistischerweise überschreibst?”

Doch der eigentliche Scherz ist Hinatas … ich weiß nicht, ist es wirklich ein Plan? Yuki und Yuno wechseln jedenfalls auf die Mittelschule, und in Yukis neuer Klasse ist zufälligerweise auch Hinata, genau wie Aru Akise, übrigens auch sein alter Mitschüler Ouji Kousaka, der ihn immer lächerlich gemacht, ihn malträtiert und in der zweiten Folge sogar als willfähriger Helfer der Terroristin Minene Uryuu überlassen hat. Ouji und Kousaka werden selbstverständlich innerhalb weniger Stunden gleich am ersten Tag Freunde. Pah, alte Kamellen! Hinata, ihre Freundin Mao Nonosaka, Ouji, Yuki und Yuno schleichen sich nach dem ersten Schultag in den Park, der wegen der Mordserie von der Polizei abgesperrt ist, und als Hinata vorausläuft und ihrem Sichtfeld entschwindet, wird sie scheinbar von einem Rudel bösartiger Hunde getötet. Natürlich ist das nur eine Finte, und die entstellte Leiche, die ihre Mitschüler später finden, ist nur eine täuschend echte Attrappe, die sie innerhalb einer Woche genau für diesen Moment gebastelt haben muss. Eine Sekunde … sie hat diesen Ausflug viele Tage zuvor vorausgesehen? Woher sollte sie bitteschön wissen, dass Yuki ein Tagebuch-Besitzer ist und in ihrer Klasse landet? Sie wollte doch Aru Asike töten, der aber zum Zeitpunkt ihres Verschwindens im Park gar nicht bei ihnen war! Dieser vorgetäuschte Tod von Hinata ergibt nicht den geringsten Sinn, sondern ist nur ein unglaublich berechenbares Manöver des Autors, um sie später wieder aus dem Hut zu zaubern und als die eigentliche Täterin zu präsentieren. Das habe ich aber nicht kommen gesehen! Auch genial: Zwischen der Attrappe und der Phalanx der Kampfhunde liegen zwei Meter Abstand, zwischen ihnen und dem abgetrennten Arm sogar drei bis vier. Die Platzierung wirkt überhaupt nicht authentisch, aber was soll’s.

Mirai Nikki | Hinata Hino täuscht ihren Tod mit einer Attrappe vor

Als sie die vorgebliche Leiche finden und den Hunden in ihre metallenen Killermäuler starren, spaziert seelenruhig Aru Akise herbei und bringt sie dazu, vor den Hunden zu flüchten. Jawohl, anstatt schleunigst den ebenen Boden zu verlassen, auf dem die Hunde unweigerlich im Vorteil sind, und auf die Bäume zu klettern, welche die Hunde nicht erklimmern können, und dann endlich einmal die verdammte Polizei anzurufen, die außerdem nur wenige hundert Meter weit entfernt ist … rennen sie stur geradeaus davon. Magischerweise wird keiner von ihnen noch im Lauf von einem der kraftstrotzenden und pfeilschnellen Kampfhunde zur Strecke gebracht und getötet. Sie flüchten sich rechtzeitig in das Innere eines verglasten Aussichtsturmes und stemmen sich gegen die von den Hunden bedrängten Fenster, weil Yuki mithilfe seines Random Diary vorhersagen kann, welche Fenster als nächstes angegriffen werden, bis die Hunde schließlich aufgeben und abziehen (d.h.: über Handy wegbefohlen werden). Jetzt kapieren alle Mitschüler, dass es sich bei Yukis Handy um ein Gerät handelt, das ihm die Zukunft verrät. Größere Irritationen löst dies nicht aus, eher so Reaktionen in der Richtung von: “Die Zukunft? Krass. Okay, was machen wir jetzt?”

Mirai Nikki | Mao Nonosaka hilft mit, die Hunde am Eindringen in den Turm zu hindern

Kaum sind die Hunde weg, nimmt die unscheinbare Mao Yuki das Handy ab, nimmt ihn mit einem Messer zu Geisel, und dann betritt die totgeglaubte Hinata das Gebäude und gibt sich als Yukis eigentlicher Gegner zu erkennen. Ein Highlight ist ihr selten dämlicher Satz: “Ich hätte nicht gedacht, dass du dein Geheimnis so leicht verraten würdest!”. Also richtete sich der ganze unsinnige Plan von Beginn an gegen Yuki? Wenn sie wusste, dass Yuki ein Tagebuch-Besitzer ist, warum hat sie den Hunden dann nicht befohlen, ihn und die anderen einzukreisen und zu töten, statt sich selbst totzustellen und sie alle entkommen zu lassen? Oh, nicht dass es noch wichtig wäre … Jetzt (sic!) hat sie jedenfalls die Tür geöffnet und könnte mit Leichtigkeit ihre Hunde in den Turm lassen, um das Versäumnis nachzuholen. Doch das wäre zu einfach. Lieber lässt sie sich auf ein Glücksspiel mit dem Hobby-Detektiv Aru Akise ein, bei dem sie um ihre beiden Future Diarys spielen – der Gewinner soll beide Tagebücher erhalten. Man könnte nun sagen: Herr, lass Hirn vom Himmel regnen! Aber man muss Hinata einfach zu ihren Gunsten unterstellen, dass sie nie vorhatte, diese Vereinbarung einzuhalten.

Mirai Nikki | Yukiteru Amano verliert sein Random Diary und wird Hinata Hinos Geisel

Was jetzt kommt, ist eigentlich sehr clever, muss ich zugeben. Akise besitzt nämlich nicht wirklich ein Tagebuch, sondern spielt nur seine Rolle, um mehr zu erfahren. Hinata soll eine Münze werfen und Akise erraten, in welcher Hand die Münze steckt. Da Hinata nun Yukis Diary zur Verfügung steht, sieht sie voraus, dass die Münze in der rechten Hand sein wird und Akise korrekt antwortet. Yuki kann jedoch auf das Display gucken und zwinkert Yuno, die neben Akise steht, die richtige Lösung zu (rechts). Hinata hat jedoch Augen im Hinterkopf, denn sie sieht Yukis Zwinkern, obwohl sie mit dem Rücken zu ihm vor ihm steht, und sie versteckt die Münze in der linken Hand. Akise durchschaut diesen Zug dank Yunos Hinweis und antwortet richtigerweise mit “links”. Wie er selbst entschieden hat, um Hinatas Möglichkeiten zu studieren, war dies jedoch nur eine Testrunde. Hinata hingegen glaubt nun, Akises Handy verrate ihm, was andere Tagebücher prophezeien, und deshalb habe Akise seine Meinung geändert. Im Umkehrschluss müsse also auch sie, Hinata, das Gegenteil dessen antworten, was Akises Tagebuch ihm über Yukis eigene Vorhersage verrät. Kompliziert, aber ich male es mal kurz auf:

Hinata: (Yukis Random Diary):
"Akise ist an der Reihe zu werfen. Die Antwort ist "rechts". Hinata rät richtig."

Akise: (vermeintlich mit einem Diary, das Yukis Vorhersagen anzeigt):
"Akise ist an der Reihe zu werfen. Die Antwort ist "rechts". Hinata rät richtig."
==> Aha, Akise muss die Münze also vermeintlich in die linke Hand legen, um die Zukunft zu verändern. Hinata würde dann verlieren.

Hinata:
==> Wenn Akise die Münze jetzt in die linke Hand legt, muss Hinata mit "links" antworten, also nicht mit "rechts" wie im Random Diary geschrieben.

Mirai Nikki | Hinatao Hino und Aru Akise spielen um ihre Future Diarys

Nun muss Akise werfen und Hinata raten. Kurioserweise entscheidet sich Hinata, eine Sekunde nachdem sie feststellt: “Ich muss das Gegenteil wählen.”, doch für die Antwort des Random Diarys! Und entscheidet sich für “rechts”. Ich kann mir diese Wahl nur so erklären, dass Hinata damit rechnete, dass Akise ihren Gedankengang nachvollziehen würde und die Münze doch in der rechten Hand behalten würde, um ihrer cleveren Analyse einen Strich durch die Rechnung zu machen. Akise hingegen besitzt gar kein Future Diary und hat in diesem Moment einfach nur geraten, wie er später zugibt: “Ein faires Spiel”. Es war ihm auch möglich, zu raten und das Random Diary zu überlisten, weil er von den Vorhersagen wusste und seine Entscheidungen mit diesem Wissen überdenken konnte. Hinata verliert und müsste eigentlich Yukis Tagebuch übergeben, hält sich jedoch nicht daran und lässt stattdessen Yuki frei. Das ist natürlich das einzig vernünftige, was sie in dieser Situation tun kann, denn das Spiel war angesichts ihrer realen Dominanz von Beginn an ein unnötiges Risiko für sie. Natürlich bricht sie die Regeln. Sie muss. Sonst wäre das Tagebuch ihres Vaters verloren – und damit das Spiel und ihre naiven Hoffnungen auf eine Wiedervereinigung ihrer Familie.

Mirai Nikki | Die letzte Runde des Spiels zwischen Hinata Hino und Aru Akise

Weil das nicht der vereinbarte Preis war, will Akise noch eine Runde spielen, und konträr zu dem oben Geschriebenen, lässt sich die dumme Nuss wieder einmal ohne jede Not darauf ein. Was ihr immer noch einen geistigen Vorsprung gegenüber Yuki verschafft, der allen Ernstes darum bittet, im Falle von Akises und seines Sieges alle zusammen nachhause zu gehen, als hätte ihm Mao nicht ein Messer an die Kehle gehalten und Hinata sie nicht alle zu Hundefutter verarbeiten wollen. Ich liebe diesen Idioten, er bereitet mir grimmige Freude. Nun wirft Hinata die Münze wieder und denkt bezeichnenderweise, sich diesmal an das Random Diary halten zu wollen – doch das hat sie bei der zweiten Runde ebenfalls getan und verloren. Bei der ersten Runde hat sie die Vorhersage nicht befolgt – und nur deshalb verloren, weil Yuki durch sein Zwinkern die Zukunft veränderte. Das lässt meine Erklärung für ihr widersprüchliches Verhalten in der zweiten Runde zweifelhaft werden – offenbar war der Plot schlicht und ergreifend schlampig geschrieben. Jedenfalls folgt Hinata dem Diary und versteckt die Münze in der rechten Hand – diesmal in dem Wissen, dass Akise keine Vorhersagen lesen kann und laut Diary falsch rät.

Doch das Random Diary sagt nicht zwingend die Zukunft voraus, sondern nur die Zukunft für die Umgebung, die Yuki selber wahrnimmt. Yuno tritt der sicheren Niederlage daher entgegen, indem sie nach Hinatas Wurf Yukis Ohren zuhält und seine Sicht blockiert, bevor Akise seine Antwort nennt. Akise zieht daraus mit detektivischem Gespür den Schluss, dass Yukis Diary an seine Wahrnehmung gekoppelt ist und er das Gegenteil dessen antworten muss, was er ursprünglich vorgehabt hat. Er wollte mit “links” antworten, sagt nun aber “rechts” – Hinata verliert das Spiel. Als Yuki wieder sieht und hört, lügt Akise ihn an und behauptet, mit “links” geantwortet und verloren zu haben, bevor Yuno Yuki bewusstlos schlägt – das Random Diary aktualisiert daher die Vorhersagen nicht und gibt Hinata keinen Vorteil mehr über sie.

Das war der Teil, der mich besonders fesselte. Der Rest dieses Handlungsbogens geht allerdings wie gewohnt den Bach runter.

Mirai Nikki | Hinata Hino und Karyuudo Tsukishima kontrollieren die Hunde mithilfe des zehnten Future Diarys

Mao akzeptiert die Niederlage ihrer Freundin nicht und zückt ihr Messer, um Yukis Handy zu zerstören und ihn damit zu töten, was wiederum Yuno zu einem präventiven Frontalangriff auf Mao provoziert, der diese schwer verwundet. Yuki, Yuno, Akise und Kousaka, der übrigens auch noch lebt, nutzen den Moment, um zu fliehen … na ja, um gemütlich hinaus zu spazieren. Hinata ist allerdings eine schlechte Verliererin (und muss es sein, um noch eine Chance zu behalten) und hetzt mithilfe ihres Vaters die Hunde auf sie, welche die ganze Zeit nutzlos im Park saßen. Yuki sieht den Tod seiner neuen Freunde voraus und läuft wieder zurück zum Aussichtsturm, um Hinata aufzuhalten, und Yuno begleitet ihn entgegen Akises Plan, mit ihr zusammen die Hunde abzulenken. Yuno sind die anderen nämlich egal, ihr wäre deren Tod schließlich sogar recht. Lange Rede, kurzer Sinn: Yuno läuft voraus, nimmt Hinata zur Geisel, damit sie die Hunde zurückruft, und würde sie auch töten – doch Yuki erklärt vor allen anderen seine Beziehung zu Yuno, um damit deren Eifersucht einzudämmen und Hinata zu retten. Dann meldet sich Hinatas Vater Karyuudo Tsukishima über ein Hundetelefon, verspottet Hinatas Naivität und lässt die anderen dann live mithören, wie er von Nummer vier, dem Polizisten und Verbündeten von Yuki und Yuno in seinem Haus erschossen wird.

Bye bye, Nummer zehn.

Übrigens ist Akise als Einziger auf die Idee gekommen, mal einen verdammten Krankenwagen für Mao zu rufen. Nicht einmal ihre Freundin Hinata hat daran gedacht. Aber wer denkt darüber schon noch nach … Nein, über das Verhalten von Hinata sollte wirklich niemand genauer nachdenken …

Ohne Aru Akise wäre dieser Handlungsbogen regelrecht implodiert. Dieser Charakter ist allerdings interessant. Sehr interessant.

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Mirai Nikki: Tsubaki Kasugano

Der nächste Teil meiner Mirai-Nikki-Dekonstruktion. Wie mehrmals betont, enthält sie massenhaft Spoiler, darum sollte niemand diesen Eintrag lesen, der sich den Anime noch anschauen möchte.

Diesmal schreibe ich über die Episoden von Tsubaki Kasugano, in denen so viele haarsträubende Story-Verrenkungen geübt werden, dass sie von echten Sektenmitgliedern geschrieben sein müssen. Mehr zu denen jetzt. Und später. Und dann noch einmal am Schluss.

Mirai Nikki | Tsubaki Kasugano liest in ihrem Clairvoyance Diary

Tsubaki ist die Tochter von den Gründern der Sacred-Eye-Sekte und wird als Orakel verehrt. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern stiftete ein hochrangiges Mitglied die anderen Gläubigen an, sie zu vergewaltigen, in der Absicht, damit die Organisation und wahrscheinlich den ständigen Geldfluss aufrechtzuerhalten. Eingeschlossen in dem Raum im Tempel, von wo aus sie auch das Orakel spielt, kann sie dieser Hölle nicht entkommen. Schließlich wird dem Orakel tatsächlich eine hellseherische Gabe zuteil, als ihre Schriftrolle zu einem der Tagebücher Deus’ wird. Mithilfe des Clairvoyance Diarys kann sie Ereignisse vorhersehen, die weit in der Zukunft liegen. Seine größte Stärke ist jedoch auch seine größte Schwäche: Zwar stehen in ihm alle Beobachtungen ihrer Sektenmitglieder geschrieben, doch auf deren Loyalität und infolgedessen deren Aufrichtigkeit kann sie nicht gänzlich zählen. Angesichts ihrer Geschichte nur allzu verständlich. Sie will das Spiel gewinnen und göttliche Macht erlangen, um die Welt zu vernichten, die ihr solches Leid beschert hat.

Mirai Nikki | Das Clairvoyance Diary - da Tsubaki Kasugano seit der Geburt extrem kurzsichtig ist, benötigt sie eine Lupe, um es zu lesen

Darum spinnt Tsubaki allen Ernstes folgenden Plan: Sie erwartet den zwölften Tagebuchbesitzer Yomotsu Hirasaka auf dem Tempelgelände, weil ihr Clairvoyance Diary ihr ein Dead End prophezeit. Ohne fremde Hilfe kann sie ihren Tod nicht abwenden, darum missbraucht sie die gefangene Nummer neun, Minene Uryuu, als Köder für Nummer eins, zwei und vier, von deren Eintreffen sie ebenfalls erfährt, um sie nach Erfüllung der ihr zugedachten Rolle umzubringen. Indem sie Yuki das Märchen auftischt, sie wolle überhaupt keine Göttin werden, und ihm von ihrem nahenden Tod erzählt, versteckt sie ihre eigenen Ambitionen vor dem naiven Jungen.

Mirai Nikki | Tsubaki Kasugano möchte nicht Gott werden - natürlich nicht

Yuki stellt sich daraufhin auf ihre Seite, als hypnotisierte Sektenmitglieder ein Feuer legen und Tsubaki in ihrem verschlossenen Raum zu verbrennen droht. Yuki rettet sie vor dem Tod und zwingt die krankhaft eifersüchtige Yuno dazu, Tsubaki zusammen mit ihm vor den unter Gehirnwäsche stehenden Sektenmitgliedern zu beschützen. Insgesamt wurden bei diesem Angriff Dutzende von Kultisten brutal getötet.

Mirai Nikki | Im Tempel der Sekte wird ein Feuer gelegt und droht Tsubaki Kasugano zu verbrennen

Weil Yomotsu jedoch weiterhin eine Gefahr darstellt und das Dead End droht, hält Tsubaki die Tarnung aufrecht und lässt Yuki und Yuno die Drecksarbeit erledigen, sich der im Superheldenkostüm getarnten Nummer zwölf und seinen vier hypnotisierten Doubles entgegenzustellen. Nicht nur sind die vier gänzlich umgepolt, nein, sie sind sogar in der Lage, Yomotsus Superhelden-Choreographie umzusetzen und sogar seine Sätze zu vollenden. Yomotsu kostet diese Fernsteuerung offenbar nicht die geringste geistige Anstrengung. Wie auch immer … Yuno nutzt die Blindheit und das sensible Gehör Yomotsus aus, ihn von den Doppelgängern zu unterscheiden, und schlägt ihm mit ihrer Axt den Kopf ab. In der Gewissheit, damit das Dead End endgültig abgewendet zu haben, lässt Tsubaki ihre Falle zuschnappen und Yuki und Yuno ergreifen, um mit ihrem Plan anzugeben, der sie fast das Leben kostete. Die Kultisten stehen übrigens ruhig dabei und scheren sich nicht darum, dass in diesem Plan viele von ihnen einfach verheizt wurden. Und … Moment einmal, warum behauptet Tsubaki, dass Yomotsu mit seinem Eingreifen ihren Plan zunichte gemacht hätte, Yuki und Yuno zu töten? Erstens stehen die beiden wehrlos vor ihr, und zweitens hat das von Yomotsu ausgelöste Dead End doch gerade erst ihren genialen Plan ermöglicht, oder nicht?! Oh, was soll’s … Um das eifersüchtige Mädchen ganz besonders hart zu treffen, küsst sie Yuki – was Yuno derartig provoziert, dass sie ihr den Arm abschlägt (später ist jedoch magischerweise nur die Hand abgeschlagen) und dem weinerlichen Jungen die Flucht ermöglicht.

Mirai Nikki | Zombie-Kultisten greifen ihr Orakel Tsubaki Kasugano an

Diese Szene ist wirklich großartig. Über das ganze Tempelgelände hinweg stehen Kultisten verstreut, doch fast niemand läuft hinterher, und kein einziger von ihnen scheint seinen Fluchtweg auch nur mit den Augen verfolgen zu können, obwohl der Tempel von einer riesigen Mauer begrenzt wird. Yuki versteckt sich an dem einzigen Ort, an dem er nicht sofort auf den ersten Blick entdeckt würde, nämlich unter dem von Stützen getragenen Fußboden eines Gebäudes, und einer der wenigen Verfolger fragt seinen Begleiter tatsächlich: “Hast du auch unterm Haus gesucht?”. Die Frage ist doch, wo sie sonst suchen sollten, wenn nicht dort … Überhaupt müssen die Sektenmitglieder irgendwelche gehirnzellenschädigenden Substanzen zu sich nehmen, denn anders lässt sich ihre bemerkenswerte Passivität und Gleichgültigkeit gegenüber noch dem brutalsten Gemetzel in ihren Reihen nicht erklären. Natürlich, Yomotsu hat viele von ihnen hypnotisiert (wie immer er das angestellt haben soll, ohne dass es jemand mitkriegt, vor allem, ohne dass es Tsubaki mit ihrem Clairvoyance Diary mitkriegt, dessen besondere Fähigkeiten Yomotsu doch unerklärlicherweise kennt). Doch wenn sie aus ihrer Hypnose erwachen, schreit kein einziger von ihnen: “Oh nein, ich habe mit der Axt in meinen blutigen Händen meine Nachbarn getötet!”? Wie abgestumpft sind diese Leute eigentlich?

Mirai Nikki | Das Anwesen bietet eine Vielzahl von Verstecken: unterm Haus, im Busch oben rechts, unterm Haus, im Teich, unterm Haus ...

Wie dem auch sei. Weil Yuki offenbar so unglaublich gut versteckt ist, sieht Tsubaki sich gezwungen, Yuno als Geisel zu benutzen und ihr die gleiche Behandlung anzudrohen, die sie selbst durchmachte, um Yuki auf diese Weise herauszulocken und umzubringen. Statt, wisst ihr, die wahnsinnige Yuno sofort zu töten und dann in Ruhe den Waschlappen Yuki aufzuspüren, der sowieso nicht entkommen kann. Das wäre ja nicht böse genug, darum wartet sie lieber im Tempel auf den mit Heldenmut aufgeputschten Yuki, der ihre Schriftrolle mit einem Dartpfeil beschädigt – und sie damit tötet. Well played …

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Mirai Nikki: Takao Hiyama

Okay, ich halte diesen Eintrag kurz, doch der Auftritt dieses Charakters ist so verstörend schwachsinnig, dass ich den Anime schon beinahe nach der ersten Folge abschrieb, obwohl er stellenweise verdammt cool ist (ja, ich komme noch auf die guten Seiten zu sprechen, versprochen). Darum muss ich einfach ein paar Worte zu ihm verlieren. Spoiler!

Mirai Nikki | Takao Hiyama ist ein Lehrer von Yuki und Yuno und natürlich ein Diary-Besitzer

Takao Hiyama ist einer der Wettkämpfer, die Deus Ex Machina werden wollen, um … ja. Göttliche Macht zu erhalten, vermute ich. Außerdem ist er Lehrer an der gleichen Schule, die auch zwei andere Tagebuch-Besitzer als Schüler besuchen, nämlich Yuki Amano und Yuno Gasai, auf die ich später gesondert eingehen möchte. Die beiden sind in derselben Klasse, kennen sich jedoch kaum und lernen sich erst jetzt besser kennen, weil Yuno mithilfe ihres Future Diarys Yukis Zukunft vorhersagt und ihn vor einem Dead End, vor dem sicheren Tod, retten will. Takao ist ihr Lehrer und besitzt das Murder Diary, das ihm Informationen über die Menschen anzeigt, die er bald tötet. Oh, das ist richtig, Takao ist im Nebenberuf Serienmörder und hat Schwierigkeiten, beides klar voneinander zu trennen, denn anders lässt sich wohl nicht erklären, warum er seine Opfer alle auf oder in der Nähe des Schulgeländes tötet. Welch besseren Hinweis auf die eigene Identität kann man der Polizei geben, wenn nicht ein großes Leuchtschild mit der Aufschrift: “Die Morde haben mit dieser Schule zu tun!”? Leider weiß ich nicht mehr, ob er wenigstens so clever war, sie alle außerhalb der regulären Unterrichtszeiten durchzuführen (Stundenpläne).

Mirai Nikki | Takao Hiyama in seiner Stealth-Ausrüstung

Doch das ist nur eine Randnotiz. Genauso wie der unerklärliche Zufall, dass zu diesem Zeitpunkt schon mindestens drei Tagebuch-Besitzer auf dieser Schule sind – wirklich, was haben Manga-Autoren immer mit diesen Schulen, die offenbar das Zentrum der zu rettenden Welt sind, oder was findet Deus an dieser Schule so spannend? Die eigentliche Idiotie ist jedoch die Art und Weise, wie Takao seine Morde durchführt. Man sollte vermuten, dass er ein Interesse daran hat, im Umfeld dieser öffentlichen Einrichtung, in der er arbeitet, möglichst unauffällig zur Tat zu schreiten oder wenigstens Kleidung zu wählen, die ihn gleichermaßen beweglich macht wie unerkannt bleiben lässt. Stattdessen läuft er ohne jede Deckung in einem schweren, dunklen Mantel herum, der wie ein Kampfanzug aussieht, im Gesicht eine verdammte Gasmaske und einen Hut mit riesiger Krempe, der jedoch sein wallendes dunkelrotes Haar nicht verbirgt, das ihm kilometerweit sichtbar über die Schultern fällt und offensichtlich nicht den geringsten Verdacht auf den wahrscheinlich einzigen Menschen in der Umgebung lenkt, der … wallendes dunkelrotes Haar hat? Oh, natürlich, als Lehrer trägt er die Haare zum Zopf gebunden, eine meisterliche Tarnung. Seine Tatwaffe? Eine riesige Klinge, die er offen zur Schau trägt.

Mirai Nikki | Takao Hiyama hat Deckung nicht nötig, sondern steht für jeden sichtbar in der Gegend herum

Takaos nächstes Opfer ist jedenfalls Yuki. Weil seine vorherigen Opfer keine Tagebuch-Besitzer waren, darf man sich als Zuschauer fragen, ob es nun Zufall ist, dass Yuki ausgewählt wurde, oder ob das Murder Diary auch Rivalen vorschlägt, wenn sie in der Nähe sind. In Episode acht warnt Yuno ihn davor, sein Tagebuch auf der neuen Schule zu benutzen, die sie nun besuchen, weil Takao aus seinem auffälligen Erfolg seit Beginn des Spiels seine Schlüsse gezogen habe. Das wäre eine Erklärung, warum er als nächstes Opfer ausgewählt wurde, doch wäre das eine sehr gewagte Vermutung von Takao gewesen, weil Yuki ganz sicher nicht der Einzige ist, der ständig auf sein Handy starrt, und weil bessere Ergebnisse durch Schummeln in einer Schule nicht so völlig abwegig, ja, wahrscheinlicher als ein Future Diary sind. Yuki kann seine eigene Zukunft nicht vollständig vorhersehen, da sein Diary ihm die Zukunft in seiner Umgebung vorhersagt, die er sehen kann, doch Yuno besitzt das Yukiteru Diary, das genau diese Lücke füllt. Sie besitzt die Macht, Yukis sicheres Dead End abzuwenden, indem sie ihn von den Orten fernhält, die ihr Tagebuch als Tatort anzeigt. Zusammen flüchten Yuki und Yuno vor dem absurd gekleideten Takao, bis sie ihn auf dem Dach eines hohen Gebäudes stellen und töten. Indem Yuki einen Dartpfeil auf Takaos Handy wirft, auf dem sein elektronisches Future Diary installiert ist. Takao löst sich daraufhin spektakulär in Luft auf.

Ob die Schulleitung den Verlust ihres Lehrers jemals bemerkt und ob die Polizei eine Verbindung zu den Serienmorden erkennt, ist nicht überliefert.

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